Family Business: drei Generationen Viebrock

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Was garantiert über sechs Jahrzehnte den Erfolg eines Familienunternehmens? Tatkraft, Weitsicht und Prinzipientreue. Ein Gespräch mit Gustav, Andreas, Jan, Dirk und Lars Viebrock über Tradition und Zukunft. Und das Vertrauen ihrer Bauherren.
Eine gut gelaunte Familie: Andreas Viebrock mit Enkelin Alexandra, Dirk und dessen Frau Andrina sowie Lars. (v. l.)

Herr Viebrock, wie war das, als Sie 1954 Bauunternehmer wurden? Was hat Ihren Erfolg begünstigt?
Gustav Viebrock: Deutschland lag noch in Schutt und Asche, und man konnte die Arbeit, die da auf uns zukam, überall sehen. Es begann das erste Aufblühen der Wirtschaft, und wir hatten schnell sehr viel zu tun. Da war es schwieriger, gute Handwerker zu bekommen als gute Aufträge.

Gustav Viebrock, Unternehmensgründer und Senior der Familie. Sein unermüdlicher Einsatz hat den Erfolgdes Unternehmens begründet.

In der Nachkriegszeit lebten auch in Harsefeld noch viele Menschen in Baracken, und die Bewohner sollten in richtige Wohnungen oder Einfamilienhäuser umgesiedelt werden. Eine Familie mit acht Kindern hatte eine Wohnung in Hannover zugesagt bekommen, und als sie dort ankam, stellte sich heraus, dass es da nur zwei Kinderzimmer gab. Die sind sofort mit der Bahn zurück nach Harsefeld und haben mich angesprochen. Ich fuhr mit der Familie zum Ministerium und habe dort Baugeld für sie losgeeist. Das war zunächst meine wichtigste Aufgabe: den Bauherren Geld zu besorgen, günstige Kredite oder Zuschüsse für Kriegsbeschädigte. Und dass ich das gut konnte, sprach sich ganz schnell herum.

Was machen Sie heute noch genauso wie damals?
Gustav Viebrock: Vom ersten Tag an haben wir größten Wert darauf gelegt, dass ein Haus nicht teurer wurde als vorher kalkuliert. Die Leute hatten ja wenig Geld, und es hätte sie ruinieren können, wenn ich statt 25 000 Mark auf einmal 28 000 Mark gefordert hätte. Fast immer bin ich mit weniger Geld ausgekommen. Dann kam ich mit der Abrechnung zu den Bauherren und habe ihnen manchmal einige 100 Mark, manchmal auch 2000 Mark auf den Tisch gelegt. Da war die Freude natürlich groß! Heute kalkulieren wir so präzise, dass unsere Bauherren genau wissen, was ihr Haus kosten wird. An Festpreise halten wir uns nach wie vor. So gehört sich das für uns Viebrocks.
Andreas Viebrock: Unsere Bauherren wollten schon immer gute Qualität zum angemessenen Preis, sie wollten schon immer fair behandelt werden und natürlich ein gutes Haus gebaut bekommen. Genauso machen wir das. Eigentlich bräuchten wir auch keine Verträge mit unseren Bauherren. Das ist eine Vertrauenssache. Wenn wir ihnen ein gutes Haus bauen, dann bezahlen sie auch gerne dafür.

So begeisterte man früher Bauherren für ihr späteres Haus – mit einem stattlichen Modell.

Seit wann ist Energieeffizienz so wichtig für Sie?
Andreas Viebrock: Seit der ersten Ölkrise. Als das erste Mal von uns gefordert wurde, eine sehr dicke Wärmedämmung in Häuser einzubauen, haben wir uns gefragt, was das denn wohl soll. Aber da die Stadt Hamburg das Projekt förderte, mussten wir das umsetzen. Damals fehlte uns noch das Bewusstsein dafür, wie wichtig Energieeffizienz für unsere Kunden und unsere Umwelt werden würde. Wir wussten einfach nicht, wie teuer Heizöl oder Gas mal sein, wie sich unser Energieverbrauch auf das Klima auswirken würde. Heute sorgen wir selbst dafür, dass unsere Bauherren immer die energetisch optimale Lösung erhalten.

Früher bauten Sie nur in Harsefeld, heute sogar in Kasachstan – ein gewaltiger Sprung.
Andreas Viebrock: In den ersten Jahren hat mein Vater jeden Bau abgelehnt, der im nächsten Dorf gewesen wäre. Sein Spruch war: »Wir sind ein Bauunternehmen, kein Wanderzirkus!« (lacht). Allerdings hatte er damals auch keinen Lastwagen, sondern nur sein Fahrrad.
Dirk Viebrock: Aber den Auftrag in Kasachstan hat mein Großvater eben auch beschafft: Er hat auf dem Flughafen in Moskau, als er eines seiner sozialen Projekte besuchte, einen ehemaligen Mitarbeiter von uns getroffen. So kam der Kontakt zu unseren kasachischen Bauherren zustande.

Jan Viebrock, ältester Sohn des Unternehmenschefs. Die Nähe zum Kunden und zu deren Bedürfnissen steckt ihm in den Genen.

Wie wächst man in ein Familienunternehmen hinein. Lernt man Bauunternehmer am Frühstückstisch?
Andreas Viebrock: Ja, ein bisschen war das so. Ich habe schon als Kind begonnen, am Bau zu helfen – was man so helfen nennt: Ich hab ein paar Steine auf die Mauer gesetzt und gedacht, ich schaff auch was weg. Meine Hausaufgaben habe ich im Büro gemacht und mitbekommen, wie mein Vater Häuser plant, wie er Finanzierungen rechnet. Mit zehn Jahren wusste ich schon eine Menge darüber, wie man Häuser baut. Es war klar, dass ich Maurer lernen würde, wo ich in die Lehre gehen würde, dann hat sich das Architekturstudium nahtlos angeschlossen. Als ich 27 Jahre alt war, zum 30. Firmenjubiläum, hat mein Vater mir die Geschäftsführung übergeben. Das war für mich die natürlichste Sache der Welt.
Dirk Viebrock: Auch für uns drei Brüder war immer klar, dass wir ins Unternehmen gehen und irgendwann die Nachfolge unseres Vaters antreten würden. Wir hatten als Kinder ja einen großen Bauhof vor der Tür – der aufregendste Spielplatz, den man sich vorstellen kann. Und zugleich die beste Vorbereitung für unsere Zukunft.

Annegret und Andreas Viebrock sind seit 1982 verheiratet. Ihre drei Söhne Jan, Dirk und Lars übernehmen bei Viebrockhaus mehr Verantwortung.

Welche Eigenschaften sind den Viebrocks gemeinsam?
Andreas Viebrock: Meine Frau sagt immer mal wieder, »Ihr seid doch alle gleich« (lacht).
Gustav Viebrock: Wir Viebrocks sind treue Seelen. Das ist uns sehr oft zugutegekommen. Wer bei uns gute Arbeit leistet, kann sein ganzes Berufsleben bei uns verbringen, von der Lehre bis zur Rente – und das tun nicht wenige. Genauso treu sind wir unseren Lieferanten. Die können sich darauf verlassen, dass wir bestimmte Mengen von ihnen abnehmen, zum fest verabredeten Preis. Abgemacht ist abgemacht. Das gibt ihnen und uns Sicherheit – und nicht zuletzt auch unseren Bauherren, denn sie profitieren
ja davon, wenn wir auch in Zeiten guter Baukonjunktur immer genug baumaterial zur Verfügung haben.

Sie sprechen nicht darüber, unterstützen aber stets soziale Projekte. Was ist Ihre Motivation?
Gustav Viebrock: Wenn es einem gut geht, dann soll man anderen etwas davon abgeben. Ich kenne selbst die schweren Zeiten. Mein Vater war Hafenarbeiter, ich habe Ende der 40er-Jahre Schlange gestanden, um mein Arbeitslosengeld abzuholen. Das prägt! Über unsere Kirche haben wir zu Projekten in Indien und Afrika Kontakt bekommen, später in Sibirien, und getan, was wir konnten. Wenn man vor Ort erlebt, welche Not herrscht und wie man helfen kann, dann ist das eine Selbstverständlichkeit.

Dirk (l.) und Lars Viebrock, 28 und 19: Ihnen und ihrem Bruder Jan, 31, gehört die Zukunft.
Jan Viebrock dort, wo alle Viebrocks sich besonders wohlfühlen: auf einer Baustelle.

Wie wichtig ist Technik für das Unternehmen, wie wichtig das Handwerk?

Dirk Viebrock: Viebrockhaus ist vom Handwerk geprägt. Wir haben ja auch alle – bis auf meinen jüngsten Bruder, der gerade sein Studium begonnen hat – Maurer gelernt. Das heißt natürlich nicht, dass wir noch bauen wie in den 50er-Jahren, der Fortschritt in den Bereichen Technologie, Energieeffizienz und Qualität seither ist enorm.

Jan Viebrock: Wir sehen uns immer in der Rolle des Vorreiters. Manche Bausteile kommen auch fertig auf die Baustelle, zum Beispiel die Deckenplatte oder der Dachstuhl. Das bringt enorme Vorteile für Präzision und Baufortschritt. Wir sehen darin die logische Weiterentwicklung einer guten Handwerkstradition. Und wir mauern eben noch Stein auf Stein, so wie früher. Gemeinsam zu erleben, wie das Haus wächst – das hat fast etwas von einer Zeremonie!

Lars Viebrock: Natürlich spielt auch innovative Technik eine große Rolle. Energieeffizienz ist ja ein sehr wichtiges Thema, vor allem auch für Viebrockhaus. Hier verfolgen wir die technologische Entwicklung sehr aufmerksam, um unseren Bauherrn immer die optimale, zukunftssichere
Lösung anbieten zu können. Das ist auch Leitlinie für uns selbst: Wir stellen zum Beispiel unseren Fuhrpark komplett auf Effizienzklasse A um.

Wenn Sie, die drei Brüder, jetzt stärker ins Unternehmen eingebunden werden – was bedeutet das?

Längst angekommen im digitalen Zeitalter: Lars, Andreas und Dirk Viebrock (v. l.) vor der fotorealistischen Darstellung eines geplanten Viebrockhauses.

Jan Viebrock: Wir sind ein deutsches Unternehmen, und Perfektion ist unser Ziel. Dafür brauchen wir erstklassige Ingenieursleistung und erstklassiges Handwerk. Wir sind stolz auf das, was wir bishererreicht haben, aber zufrieden sein dürfen wir nie. Es gibt viele Potenziale, unser Unternehmen weiterzuentwickeln – deswegen ist es ja gut, dass unser Vater drei Söhne hat.
Lars Viebrock: Wer von uns welche Stärken einbringen wird, muss sich natürlich erst noch zeigen – ich muss ja erst einmal mein Studium absolvieren. Es ist ein ausgesprochen freundschaftliches Verhältnis, das wir zueinander haben – eine gute Voraussetzung, um auch die anstehenden Aufgaben im Unternehmen sinnvoll aufzuteilen.

Gustav Viebrock vergnügt mit einem Fotobuch, Geschenk seiner Mitarbeiter

Was bedeutet das Typenhaus »V1« für Viebrockhaus?
Gustav Viebrock: Es hat dem Unternehmen einen gewaltigen Schub gegeben. Im Jahr 1963 sind wir zur damals größten Fertighausausstellung Europas in Quickborn bei Hamburg gefahren und haben anschließend kalkuliert, zu welchen Konditionen wir vergleichbare Häuser bauen könnten. Das Ergebnis: 30 Prozent billiger als die Fertighäuser. Das war die Geburt unseres ersten »V1«. Wir verkauften das Haus wie geschnitten Brot.

Andreas Viebrock: Mit der dritten Auflage des Viebrockhaus »V1« knüpfen wir an eine sehr erfolgreiche Tradition an. Unsere Bauherren bekommen ein tolles Gesamtpaket. Das auf 60 Exemplare limitierte Angebot erhalten sie im Jubiläumsjahr zu einem sensationellen Preis – dank eines hohen Vorfertigungsgrades sowie fester Vorgaben für Material und Ausstattung. Unsere erfahrenen Innenarchitekten und Designer haben für das »V1« eine umfassende Vorauswahl für Inklusiv- und Design-Ausstattungspakete getroffen. Und über die -Bemusterung können sie online alles ganz bequem begutachten und sich daraus Ihr individuelles »V1« zusammenstellen.

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