Geschicktes Spiel mit Licht und Schatten

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Im beleuchteten Garten werden Bäume und Sträucher zu faszinierenden Kunstwerken, Wege und Wasser bekommen eine geheimnisvolle Anziehungskraft. Mit ein paar Grundregeln und Fantasie setzen Sie Ihren Garten gekonnt in Szene.
Wenn die Abenddämmerung kommt, erstrahlt die Terrasse im schönsten Licht. Kleine LED-Einbaustrahler leuchten die Wand hinauf und dienen als optische Begrenzung für die Terrasse. Sie machen den Platz im Freien zu etwas Besonderem.
Der Teich mit angestrahlten Pflanzen schimmert geheimnisvoll.

Wenn es draußen dunkel wird, verwandelt sich der Garten in einen geheimnisvollen Ort. Wer den Blick schweifen lässt, entdeckt den Zauber im sanft schimmernden Wasser des Teiches und folgt den dezent angestrahlten Wegen. Beleuchtete Baumkronen scheinen über allem zu schweben, und große, hinter Stauden versteckte weiße Leuchtkugeln sehen aus wie Monde, die sich zur Nacht auf der Erde niedergelassen haben.

Eine gut durchdachte Gartenbeleuchtung schafft eine besondere Atmosphäre und faszinierende Effekte. »Sie erweitert den Wohnraum nach außen. Auf diese Weise genießt man nicht nur draußen den Blick, sondern schaut auch vom Wohnzimmer hinaus in den beleuchteten Garten wie auf ein schönes Bild«, schwärmt Jürgen Klensang von Lucente Lichtplanung in Sittensen. Seine Erfahrung zeigt: »Wer einmal einen gut beleuchteten Garten hat, will darauf nicht mehr verzichten und schaltet seine Leuchten jeden Abend ein.«

Verspieltes Detail: Licht im Brunnen.

Der erste Schritt zu einem stimmigen Beleuchtungskonzept besteht darin, den Lieblingsplatz zu bestimmen, von dem aus man den Blick gern durch den Garten wandern lässt. Meist sind es das Wohnzimmer und die Terrasse. Wenn es weitere Plätze wie zum Beispiel eine Sitzgruppe oder einen Pavillon im Garten gibt, sollte man diese in das Konzept einbeziehen. Die wichtigste Grundregel des Lichtplaners lautet: Nirgendwo darf eine Leuchte blenden. Strahler sollten immer so ausgerichtet sein, dass der Betrachter nicht ins Licht schaut. Im Mittelpunkt steht meistens das beleuchtete Objekt, nicht die Leuchte selbst. »Bei einer perfekten Gartenbeleuchtung sind die Strahler nicht zu sehen, sodass die Pflanzen wie von selbst zu leuchten scheinen «, schildert Jürgen Klensang.

Welche Bäume, Sträucher oder Stauden angestrahlt werden sollen, ist eine Frage der individuellen Vorlieben. Die Pflanzen sollten vom Lieblingsplatz aus gut zu sehen sein. Insgesamt ist Zurückhaltung geboten. Bei der Gartenbeleuchtung geht es nicht darum, flächendeckend möglichst viel Licht ins Dunkel zu bringen. Der Reiz liegt im Zusammenspiel und in den harmonischen Übergängen zwischen hellen und dunklen Zonen. Filigrane Sträucher oder Bäume eignen sich besser zum Beleuchten als Hecken oder Rhododendren mit dichtem, geschlossenem Blattwerk. »Am interessantesten sehen Bäume und Sträucher aus, die von unten angestrahlt werden«, sagt der Lichtplaner. Er empfiehlt Strahler, die sich flexibel versetzen lassen. Diese werden nicht fest verankert, sondern mit einem Erdspieß im Boden befestigt. »Damit kann man vieles ausprobieren und herausfinden, was am schönsten aussieht.« Diese Flexibilität ist vor allem für Bauherren mit neu angelegtem Garten wichtig. »Die Beleuchtung wächst mit dem Garten. Dabei kommt es darauf an, dass sie möglichst einfach verändert und erweitert werden kann«, betont der Experte.  

Moderne Skulptur am Wegesrand: Die Leuchte aus Granit und Edelstahl erhellt den Weg und zieht alle Blicke auf sich.
Mit LED-Strahlern lassen sich Pflanzen farbig beleuchten – ein toller Effekt für die Gartenparty.

Wer einen Baum beleuchten will, kann verschiedene Effekte erzielen. Soll der Stamm in Szene gesetzt werden, bieten sich eng strahlende Uplights an, die dicht am Stamm angebracht werden und von unten hinaufstrahlen. Wer die Baumkrone beleuchten will, braucht mehrere Strahler, die ihr Licht breit streuen. Sie sollten in einigem Abstand zum Stamm positioniert werden. Eine interessante Alternative sind Klemmleuchten, die direkt in der Baumkrone befestigt werden und das angestrahlte Blätterdach optisch zum Schweben bringen. Beleuchtete Wege und Treppenstufen im Garten bringen Sicherheit und sehen einladend aus. Hierfür eignen sich zum Beispiel Pollerleuchten, die abgeblendetes Licht auf den Weg werfen. Sie sollten nicht zu niedrig sein, sonst versinken sie im Winter im Schnee. Je höher die Leuchten sind, desto größer kann der Abstand zwischen ihnen gewählt werden. »Welcher Abstand am besten ist, muss man einfach ausprobieren«, rät der Lichtplaner. Besonders geeignet für die Gartenbeleuchtung sind Teiche. Wenn die Pflanzen am Teich angestrahlt werden, entsteht ein interessanter Effekt durch die Spiegelung auf dem Wasser.

Dezentes und blendfreies Licht wirkt im Freien am schönsten – ob in der Wegbeleuchtung
oder in den leuchtenden Kugeln auf dem Wasser.

Wie für den gesamten Garten eignet sich sanftes und blendfreies Licht auch für die Terrasse am besten. Hier gelten übrigens ähnliche Regeln wie bei der Beleuchtung von Wohnräumen. Mehrere verteilte Lichtquellen sorgen für eine schöne Atmosphäre. Besonders angenehm wirkt indirektes Licht auf einer Wandfläche. Das lässt sich zum Beispiel mit Einbaustrahlern im Boden erreichen, die ihr Licht blendfrei an die Wand werfen. Bei Dachüberständen bieten sich Deckeneinbauleuchten an. Besonders komfortabel und zudem flexibel einsetzbar ist eine dimmbare Terrassenbeleuchtung. Lichtplaner Jürgen Klensang empfiehlt eine zusätzliche Leseleuchte für den Tisch. Im Trend liegen Stehleuchten für den Freisitz. Sie schaffen Behaglichkeit und machen die Terrasse zu einem erweiterten Wohnzimmer im Freien.

Praktische Tipps für die Gartenbeleuchtung

Eine gelungene Außenbeleuchtung verlangt eine gute Planung. Je früher Sie die Grundlagen schaffen, desto mehr Freude macht später das Spiel mit dem Licht.

Unser Experte

Dipl.-Ing. Jürgen Klensang ist Lichtplaner und Geschäftsführer von Lucente Lichtplanung. Vom Leuchtenstudio in Sittensen aus bieten Klensang und sein Team individuelle Lichtkonzepte, die passenden Leuchten und die Montage vor Ort – alles aus einer Hand. Viebrockhaus-Kunden profitieren von der reibungslosen Integration in die eingespielten Abläufe mit allen an der Elektroinstallation beteiligten Gewerken.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um die Außenbeleuchtung zu planen? Bevor der Garten angelegt wird. Zuerst kommen die technischen Voraussetzungen, später die Gestaltung. Wer diese Reihenfolge einhält, kann später viele Leuchten flexibel einsetzen.

Welche technischen Voraussetzungen empfehlen Sie?
Zuerst sollten Bauherren ein fünfadriges Erdkabel etwa zwei Spaten tief in einer großen Schleife im Garten verlegen. Alle paar Meter sollte eine Schleife aus dem Boden herausragen. Daran lassen sich Energiesäulen mit Steckdosen anschließen, die den Strom für die Leuchten liefern. Je mehr es werden, desto flexibler wird die Gestaltung. Im Haus neben der Terrassentür sollten ein oder zwei Schalter für die Außenbeleuchtung eingeplant werden.

Bild rechts: Energiesäulen liefern den Strom für die Strahler. Sie sind unverzichtbar für die Gartenbeleuchtung.

Wann kommt die eigentliche Beleuchtung?
Wenn der Garten angelegt ist, können Pflanzen und Wege erstrahlen. Gut eignen sich dafür LED-Leuchten mit Erdspießen. Mein Tipp: Wählen Sie hochwertige Strahler. Zwar sind sie teurer als Baumarktprodukte, halten aber um ein Vielfaches länger. Die Kabel sollten dunkel sein. So lassen sie sich in Beeten und unter Sträuchern verstecken.

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