Sparsam heizen

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Mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe können Besitzer eines Viebrockhauses die Hälfte ihrer Heizkosten einsparen.

Wärmepumpen - Konkurrenzlos niedrige Verbrauchskosten

Konkurrenzlos niedrige Verbrauchskosten, absolut sauberer Betrieb, keine Abgasleitungen, keine Brennstoffbevorratung – diese Pluspunkte haben dazu geführt, dass sich elektrisch betriebene Wärmepumpenheizungen im Neubaubereich längst als zweite Kraft neben Gas-Brennwertkesseln etabliert haben. Auch Viebrockhaus setzt in seinen Zuhausehäusern seit 2007 ganz auf diese effiziente Technik, bei der die Wärme aus der Luft zum Heizen und zur Warmwasserbereitung
genutzt wird. Auch für Besitzer eines älteren Viebrockhauses kann sich der Austausch des alten Heizkessels gegen eine moderne Luft/Wasser-Wärmepumpe lohnen. Bei zwei Familien, die in den 1980er-Jahren ein Einfamilienhaus gebaut haben, befindet sich die Technik derzeit im Einsatz.

Altbausanierung - beide Häuser sind unterschiedlich

Kay Gafert (Dipl.-Ing. FH): »Gegenüber den
alten Systemen halbieren sich die Heizkosten.«

»Beide Häuser sind sehr unterschiedlich«, erläutert Kay Gafert, Leiter des Bereichs Haustechnik bei Viebrockhaus. Im Bungalow von Familie Freudenberg wurde ein Wärmeübertragungssystem mit Heizkörpern installiert, da es aus baulichen Gründen nicht möglich war, eine Fußbodenheizung zu realisieren. Die vorher installierten Nachtspeicheröfen hatten einen so hohen Verbrauch, dass sich das neue Wärmepumpensystem innerhalb von circa fünf Jahren amortisieren wird. »Möglich ist dies nur dadurch, dass wir hier ein System einsetzen, das trotz relativ hoher Vorlauftemperaturen einen guten Wirkungsgrad erreicht«, erklärt Kay Gafert. Im zweiten Objekt, dem Haus von Familie Blank, war hingegen eine Fußbodenheizung in Verbindung mit einem Ölkessel vorhanden, so dass nur der Kessel gegen eine Wärmepumpe ausgetauscht wurde. Für jedes Vorhaben müssen die individuellen Lösungen auf die speziellen Bedürfnisse abgestimmt werden«, betont Gafert. »Generell kann man aber davon ausgehen, dass sich die Heizkosten gegenüber dem alten System ungefähr halbieren«. Voraussetzung für die Installation einer Wärmepumpe sind eine dichte Gebäudehülle und eine erforderliche Heizleistung von nicht mehr als 20 kW. Ein Viebrockhaus älteren Baujahrs erfüllt dies in der Regel ohne Probleme. Wegen der geringeren Erschließungskosten setzt Viebrockhaus auf die Wärmequelle Luft.

Wärmepumpe und Photovoltaikanlange

Leistungsstark Die Luft/Wasser-Wärmepumpe von NIBE liefert Vorlauftemperaturen bis 65 Grad Celsius

Die Wärmepumpen von NIBE funktionieren problemlos bis zu einer Außentemperatur von minus 25 Grad, können hohe Temperaturen generieren, damit auch ein Einsatz bei vorhandenem Radiatorensystem möglich ist, und haben einen sehr hohen COP, sprich Wirkungsgrad. Die Arbeitszahlen liegen im Bereich von 3 bis 4,5; das heißt, mit einer Kilowattstunde Strom werden 3 bis 4,5 Kilowattstunden Heizwärme erzeugt. Wie schnell sich die Investitionskosten für eine Wärmepumpe von insgesamt 20.000 bis 30.000 Euro amortisieren, muss immer im Einzelfall kalkuliert werden. Besonders lohnend ist auf jeden Fall die Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Wer den kostenlosen Sonnenstrom vom Dach für die Wärmepumpe nutzt, heizt quasi zum Nulltarif.

So funktioniert die Wärempumpe

Wärmepumpen nutzen die in der Luft, im Grundwasser oder im Erdreich gespeicherte Wärme, um eine Flüssigkeit zu verdampfen. Beim Verdampfen zieht das gasförmige Kältemittel im Gerät aus der Wärmequelle Energieab. Beim Verdichten in einem Kompressor wird es auf ein höheres Temperaturniveau gehoben. Beim folgenden Verflüssigen kondensiert das Mittel und gibt diese Wärme ab. Das flüssige Kältemittel fließt weiter zum Verdampfer, der Vorgang startet erneut. Die Anlage arbeitet umso sparsamer, je weniger Strom der Verdichter benötigt, um die Temperatur »hochzupumpen«. Mehr zur Viebrockhaus-Heiztechnik.

Split-System: Das im Garten gut versteckt aufgestellte Außenmodul der NIBE-Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft Wärme;
Wärmepumpe: in der Inneneinheit sind Regelung, Wärmetauscher und Pufferspeicher untergebracht.


FOTOS: Getty Images/artpartner-images (1), NIBE (1), Viebrockhaus (3)

Kommentare:

  • Harald Ehren schreibt am 07. May 2015, 21:42

    Sehr interesant - ist denn auch eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren möglich, wenn man nicht so viel Strom in die Luftheizung ballern möchte? Und ich bin etwas verwirrt: Geht es in dem Blog gar nicht um einen Neubau - bzw. tritt Viebrockhaus auch als Sanierer bei anderen Häusern auf? Ein wenig enttäuschend für mich: In 5 Monaten 2 Blogbeiträge - da schlafen einem ja die Füße ein!!!! Und dann Sowas unter aAktuelles abzulegen ... ts ts tst. Ihr habt doch bestimmt mehr themen, oder?

  • Viebrockhaus Redaktion schreibt am 18. May 2015, 12:21

    Hallo Herr Ehren,

    vielen Dank für Ihre Nachricht! Wir haben Ihre Frage bzgl. der Erdkollektoren an unsere Fachabteilung weitergeleitet und melden uns schnellstmöglich mit einer Antwort dazu! Bzgl. der wenigen Blogartikel im letzten Jahr geben wir Ihnen Recht und geloben Besserung:-) Aufgrund einer Babypause haben wir uns etwas rar gemacht - veröffentlichen nun aber wieder häufiger Beträge!

    Viele Grüße aus der Blog-Redaktion,
    S. Stolley

  • Viebrockhaus Redaktion schreibt am 20. May 2015, 11:28

    Hallo Herr Ehren,

    bzgl. Ihrer Frage zur ergänzenden Wärmequelle zur Abluftwärmepumpe (in Ihrem Fall Erdkollektoren) ist eine generelle Antwort ohne konkrete Rahmenbedingungen nicht möglich. Bei Interesse erläutern wir Ihnen gerne mögliche Heiztechnikvarianten mit Wärmepumpen bei einem Beratungsgespräch in einem Musterhauspark in Ihrer Nähe.
    https://www.viebrockhaus.de/massivhaus-bauen/musterhausparks.html

    In diesem Blogartikel geht es tatsächlich um die Sanierung der Heiztechnik von älteren Viebrockhäusern. Ist das bei Ihnen von Interesse, schreiben Sie uns bitte an blog@viebrockhaus.de. Wir leiten Ihr Anliegen dann an unsere Serviceabteilung weiter.

    Alle Informationen zur aktuellen Viebrockhaus-Heiztechnik finden Sie auf unserer Website:
    https://www.viebrockhaus.de/vorteile/energiesparhaus-bauen.html

    Herzliche Grüße,
    S. Stolley

  • Marc Gutt schreibt am 28. January 2016, 10:15

    Der Satz mit der Halbierung bezog sich aber nur auf die Nachtspeicherheizung oder? Denn beim aktuellen Ölpreis kann ich mir nicht vorstellen, dass bei gleicher Dämmung (die ja für beide Heizarten gilt) eine Halbierung der Heizkosten möglich ist. Unter 100 € monatlich für den Strom werden auch die umgerüsteten Häuser nicht kommen und wenn sie mit höherer Vorlauftemperatur laufen, dann sind 150-200 € monatlich auch denkbar, trotz Wärmepumpe.

    Gut man muss fair sein. In 2016 ist der Ölpreis noch mal sehr stark gefallen, so dass die Antwort wohl heute anders ausfallen würde, aber schlussendlich darf man meiner Ansicht nach keine solchen pauschalen Aussagen verbreiten.

    In meinem Bekanntenkreis gibt es die, die wirklich glauben, dass Wärmepumpen weniger Heizkosten verursachen als eine aktuelle Gasheizung, was absoluter Unsinn ist. Selbst gleich ziehen ist teuer (PV, etc.), aber man muss langfristig denken und auch an die Umwelt. Schließlich verpestet man nicht die Luft.

    Und dann gibt es die, die nur vom sehr hohem Stromverbrauch der Wärmepumpen gehört haben. Genau das ist meiner Ansicht nach auch Grund für die teilweise sehr negative Meinung. Wir haben uns jedenfalls vorab von Viebrock die Kosten ausrechnen lassen und wenn man 7.000 kWh mal in Euros umrechnet, dann weiß man, dass eine PV Anlage Pflicht ist und nicht nur die 100 € für dessen Vorbereitung. Und nachdem wir nun im Haus sind, kann ich sagen, dass die Berechnung noch unter dem realen Verbrauch liegt. Also trotz dessen, dass ich gewarnt war, dass ich keine halben Heizkosten haben werde, bin ich doch erschrocken was nun real dabei herauskommt. Man sagt ja, dass das erste Jahr wegen der Baufeuchte noch anders ausfällt, aber da wir bereits jetzt zwischen 40-45% Luftfeuchtigkeit haben (Sommer gebaut, ohne Regen), bin ich da allerdings wenig zuversichtlich, dass das noch deutlich besser wird.

  • Viebrockhaus Redaktion schreibt am 09. February 2016, 11:50

    Sehr geehrter Herr Gutt,

    der Satz mit der Halbierung der Heizkosten bezog sich nicht auf die Nachtspeicherheizung sondern auf den Verbrauch nach gültiger Energieeinsparverordnung. Das heißt, hier werden 2 Häuser bautechnisch und haustechnisch miteinander verglichen. Bautechnisch wird hier die Mindestvoraussetzung nach gültiger Energieeinsparverordnung zugrunde gelegt, haustechnisch kommen hier eine Gasbrennwerttherme mit solarthermischer Unterstützung vom Brauchwasser und eine Abluftanlage ohne Wärmerückgewinnung zum Tragen.

    Was aber gerne unterschlagen wird ist, dass auch eine Gasheizung einen elektrischen Stromaufwand hat. Die Regelung, die Umwälzpumpen sowie das „Gebläse“ benötigen elektrischen Strom zur Funktion. Selbst die solarthermische Anlage besitzt eine Pumpengruppe, die elektrisch angetrieben wird. Dieser elektrische Aufwand ist nicht unerheblich und wird gerne vergessen, wenn es um Kosten für Heizung, Lüftung und Warmwasser geht. Selbstverständlich sind diese Verbräuche bei der Betrachtung mit Wärmepumpen schon mit einbezogen.

    Selbstverständlich gebe ich Ihnen Recht, wenn man den derzeitigen Ölpreis sieht, dass das mit der Halbierung nicht mehr so ganz hinkommt. Man darf aber nicht vergessen, dass Öl und Gas nach wie vor „endlich“ sind und dieser Zustand der niedrigen Preise für fossile Brennstoffe nicht ewig so bleiben wird. Strom ist der Energieträger der Zukunft und sollte deshalb, wie Sie in Ihrem Blog richtig schreiben, auch grundsätzlich in Kombination mit einer PV-Anlage als zukunftsweisender Energieträger benutzt werden. Das Tolle daran ist, wenn man seinen eigenen Strom erzeugt und möglichst auch selber verbraucht, bleibt nur eine kleine Differenz über, die dann noch zu bezahlen ist. So sichert man sich auch für die Zukunft ein „bezahlbares“ Haustechnik-System, was zudem noch einen ökologischen Beitrag mit sich bringt.

    Zu Ihrem derzeitigen Verbrauch möchte ich noch anmerken, dass sich die Häuser im Laufe der Jahre erfahrungsgemäß weit unter der Prognose in ihrem Verbrauch einpendeln. Es ist bloß schwierig und unglaubwürdig, dies von vornherein zu vermitteln. Und somit zur Orientierung erst einmal Prognosen heraus, die eher an der oberen Grenze des zu erwartenden Verbrauchs liegen. Somit können sich die Kunden eher freuen, wenn es mal weniger wird, als dass die Bauherren sich ärgern, wenn es um die erste Einstufung bei den Energieversorgern geht.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie noch alles Gute in Ihrem neuen Viebrockhaus und viel Freude an der innovativen Technik.

    Ihr Kay Gafert
    Leitung Haustechnik