Der Bebauungsplan – Wegweiser für Ihr Bauvorhaben

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Ein Bebauungsplan, auch B-Plan genannt, gibt einen detaillierten Überblick über ein meist neu zu erschließendes Baugebiet. Mit ihm steuert die Gemeinde oder die Stadt die städtebauliche Entwicklung des Gebiets und bietet Bauherren eine Orientierung, was auf ihrem Baugrundstück erlaubt ist und was nicht. Lesen Sie im Folgenden, was Sie rund ums Thema Bebauungsplan wissen müssen – und warum dieser so wichtig für Ihr Bauvorhaben ist.
Bebauungsplan

Wozu dienen Bebauungspläne?

Ein Bebauungsplan umfasst nur ein kleineres Baugebiet, zum Beispiel zwei bis drei Straßenzüge. Im Gegensatz dazu erstreckt sich der Flächennutzungsplan über das gesamte Gebiet der Gemeinde. Ein Bebauungsplan ist also ein Ausschnitt des Flächennutzungsplans.

Ihr Bebauungsplan erteilt Auskunft darüber, um was für ein Wohngebiet es sich handelt. Das ist insofern von Bedeutung, als dass es Baugebiete gibt, die ausschließlich fürs Wohnen besiedelt werden. Aber auch solche, die Wohngebäude mit Nutzgarten enthalten, oder Mischformen, die Wohnen mit Gewerbebetrieben oder mit anderen Einrichtungen aus Wirtschaft, Kultur und Verwaltung beinhalten.

Bebauungspläne sind also notwendige Helfer. Denn wo ein Baugebiet neu erschlossen wird - sprich in Siedlungserweiterungen und Neubaugebieten - geht es immer darum, eine lebenswerte Struktur für die Bürger zu schaffen. Die städtebaulichen Ziele der Gemeinde umfassen zum Beispiel folgende Aspekte:

  • Orts- und Landschaftsbild
  • Städtebauliche Gestalt
  • Umwelt- und Klimaschutz
  • Nachhaltigkeit und Verantwortung für folgende Generationen

Ihr Leben endet nicht an der Grundstücksgrenze!

Die Gemeinde schafft mit einem durchdachten Bebauungsplan also die Voraussetzung dafür, dass Ihr neues Zuhause in einem Umfeld steht, in dem Sie gern leben. Wenn Sie ein Haus bauen, möchten Sie schließlich nicht nur wissen, wann Ihr Bauträger das Haus fertiggestellt hat und Sie einziehen können, sondern auch sicher sein, dass Sie vom Tag Ihres Einzugs an in einer vollständigen Infrastruktur leben – und nicht etwa zunächst über Schotterwege Ihr neues Eigenheim erreichen oder auf die Abfallentsorgung verzichten müssen.

Kann ich morgens zu Fuß zum Bäcker? Erreichen meine Kinder die Schule fußläufig? Wo finde ich Einkaufsgelegenheiten für den täglichen Bedarf? Hat mein Nachbar Wegerecht?

Diese und viele weitere Fragen tragen wesentlich zu Ihrer Lebensqualität bei. Je mehr konkrete Aussagen Ihr Bebauungsplan zu solchen Fragen machen kann, desto besser können Sie sich auf Ihr Leben in Ihrem neuen Haus einstellen.

Was wird in einem Bebauungsplan geregelt?

Der Bebauungsplan enthält in der Regel eine Karte und einen textlichen Teil; teilweise besteht ein solcher Plan auch nur aus einem Text.

Da das zu bebauende Gebiet oft noch nicht oder kaum erschlossen ist, können Sie sich mit Hilfe des Bebauungsplans einen konkreten Überblick über Ihr Grundstück und die Nachbarschaft machen. Sie sehen beispielsweise

  • wie viele Baugrundstücke an Ihr Grundstück angrenzen
  • welche Haustypen/Hausgrößen auf den Baugrundstücken errichtet werden dürfen
  • wo das Hauptgebäude zu bauen ist
  • welche Nebengebäude/Dachformen zulässig sind
  • wie die Straßen verlaufen
  • wo Grünanlagen/Spielplätze geplant sind
  • wie die Abfall- und Abwasserbeseitigung geregelt ist
  • oder welche sportlichen/kulturellen Angebote gebaut werden.

Angehende Bauherren haben also mittels des B-Plans die Möglichkeit, sich einen umfassenden Überblick über die spätere Wohnsituation zu verschaffen – Sie wollen ja schließlich nicht die Katze im Sack kaufen!

Sind Bebauungspläne verbindlich?

Ja! Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um einen „qualifizierten Bebauungsplan“ handelt. Das ist dann der Fall, wenn er folgende vier Festsetzungen enthält:

  • Art der baulichen Nutzung
  • Maß der baulichen Nutzung
  • Überschaubare Grundstücksflächen
  • Örtliche Verkehrsflächen

Wenn eine Festsetzung fehlt, handelt es sich um einen „einfachen Bebauungsplan“. Dann wird bei einer Rechtsunsicherheit eine vergleichbare Bausituation aus der Umgebung herangezogen.

Für Ihr Wohngebiet können zum Beispiel Vorgaben bestehen, dass die Fassaden in bestimmten Farben gehalten werden müssen oder nur eine Dachform erlaubt ist. Die Baubehörde wird ihren Bauanträgen stattgeben, sofern Sie diesen Vorgaben aus dem B-Plan entsprechen. Ausnahmegenehmigungen werden vom Bauamt ohne triftigen Grund selten erteilt.

Studieren Sie Ihren Bebauungsplan gründlich!

Bebauungspläne sind öffentlich einsehbar bei der betreffenden Gemeinde. Wenn vorhanden, legen Sie Gemarkung oder Flur- und Grundstücksnummer des betroffenen Grundstücks vor. Ansonsten sind keine Unterlagen erforderlich, um Einsicht in B-Pläne zu erlangen. Auch online bieten viele Städte und Gemeinden bereits Bebauungspläne an.

Sie sehen: Der Bebauungsplan definiert Ihre Baubedingungen und damit Ihre späteren Lebensbedingungen. Umso wichtiger, dass Sie sich vor dem Kauf Ihres Grundstücks genau mit dem Bebauungsplan auseinandersetzen. Viebrockhaus unterstützt Sie dabei gern. Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung zeigen wir Ihnen auf, wie Sie als Bauherr Ihren Bebauungsplan richtig interpretieren und wo mögliche Konflikte mit Ihren Vorstellungen entstehen könnten.

Sprechen Sie uns am besten schon vor dem Grundstückskauf an, damit wir mit Ihnen gemeinsam Ihren Bebauungsplan diskutieren und Ihr Bauvorhaben ein voller Erfolg wird! Nach Vertragsunterzeichnung übernehmen wir die Bauantragsstellung für Sie. Dieser Service ist bei uns kostenlos und inklusive.

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