Grundstück von Stadt oder Gemeinde kaufen: Vorteile und Ablauf
Der Traum von der eigenen Immobilie beginnt mit dem richtigen Grundstück. Bauland ist begehrt – angehende BauherrInnen sollten deshalb auf der Suche alle Möglichkeiten ausschöpfen. Neben einem Privatkauf ist es auch möglich, Grundstücke direkt von der Gemeinde oder Stadt zu kaufen. Ob nun Stadt oder Gemeinde – der Kauf des Baugrunds läuft jeweils sehr ähnlich ab. Der Prozess unterscheidet sich jedoch deutlich vom Privatkauf: Oft gibt es klar definierte Vergabekriterien. Dank verschiedener Regelungen wie Einheimischenmodellen haben Ortsansässige oftmals bessere Chancen. Was müssen Kaufinteressierte beachten? Wir erklären es Ihnen in diesem Ratgeber!
Grundstücke von der Gemeinde kaufen: Das sind die Vor- und Nachteile
Wer ein Baugrundstück kaufen möchte, hat grundsätzlich die Wahl eines von privater Hand zu kaufen oder von der Stadt beziehungsweise Gemeinde. Wer auf städtische Liegenschaften setzt, hat unter Umständen einige Vorteile, aber auch Herausforderungen:
- Transparenz: Wer Grundstücke von Stadt oder Gemeinde kauft, kann sich oft an klar festgelegten Kriterien orientieren (s. u.). Kaufinteressierte können also üblicherweise gut nachvollziehen, ob ihr Antrag von Erfolg gekrönt sein könnte.
- Geringere Kosten: Häufig werden Grundstücke von der Stadt oder Gemeinde günstiger verkauft als solche von privater Hand. Das Wegfallen von Gebühren für MaklerInnen ist hier nur ein Grund, ein weiterer kann der Verzicht auf spekulative Preisaufschläge sein.
- Vertrauenswürdigkeit: Städte und Gemeinden gelten im Allgemeinen als verlässliche Vertragspartner, auf die viele angehende BauherrInnen gerne setzen.
- Wenig Verhandlungsspielraum: Wer direkt von der Gemeinde oder Stadt ein Grundstück kauft, muss sich auf nicht verhandelbare Preise einstellen. Auch Bebauungsfristen sind hier recht häufig gegeben.
Ein wichtiger Hinweis: Grundstücke sind hierzulande knapp. Wer bauen möchte, sollte deshalb nicht von vorneherein ausschließlich städtische Grundstücke suchen und Privatkauf komplett ausschließen. Nur wer beide Möglichkeiten voll ausnutzt, hat vor Ort die volle Auswahl. Gleichzeitig werden auch viele private Flächen transparent und in einem nachvollziehbaren preislichen Rahmen verkauft. So oder so gilt: Lassen Sie sich bei Unsicherheiten kompetent beraten. Unsere Hausbau-ExpertInnen haben für Sie wichtige Tipps und Anhaltspunkte zusammengetragen, die Sie beachten sollten, wenn Sie ein Grundstück kaufen möchten.
Bauland, Rohbauland oder Bauerwartungsland: Diese Begriffe sollten Sie kennen
Es gibt drei verschiedene Varianten von Grundstücken, die Sie von Ihrer Stadt oder Gemeinde kaufen können. Die Unterschiede sind wichtig – denn nicht alle sind gleichermaßen für Ihr Bauprojekt geeignet:
- Bauland: Ein erschlossenes Grundstück wird auch als Bauland bezeichnet. Für Sie als BauherrIn ist diese Variante ideal, denn die Bebauung darf unmittelbar starten. Bauland ist üblicherweise die teuerste Variante von Grundstücken, denn BauherrInnen tragen damit ein besonders niedriges Risiko und es droht keine Verzögerung des Projektes. Häufig ist hier bereits ein Bebauungsplan vorhanden.
- Rohbauland: Ein noch nicht erschlossenes Grundstück, das jedoch bereits zur Bebauung freigegeben wurde, wird als Rohbauland bezeichnet. Wichtig: Die Erschließungskosten gehören beim Hausbau zu den Nebenkosten und müssen von den BauherrInnen getragen werden.
- Bauerwartungsland: Diese Art von Grundstück ist weder zur Bebauung freigegeben noch erschlossen. Für BauherrInnen heißt das: Sie dürfen den Bau nicht starten. Gleichzeitig enthält der Kaufvertrag keinerlei rechtlich bindende Informationen dazu, wann das Bauerwartungsland zu Rohbauland werden soll. Theoretisch ist auch möglich, dass die Umwandlung überhaupt nicht vollzogen wird.
Wie kann ich ein Grundstück von der Stadt kaufen? Kriterien und Ablauf
Meist werden Grundstücke durch die Stadt nach klar festgelegten Kriterien vergeben, die lokal variieren können. Informieren Sie sich also unbedingt schon im Vorfeld bei der örtlichen Verwaltung, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen. Häufig gelten auch hier sogenannte Einheimischenmodelle: Die ortsansässige Bevölkerung wird dann beim Verkauf von Grundstücken priorisiert. In der Praxis kommen verschiedene Varianten zum Tragen, um die EinwohnerInnen mit Ortsbezug mit Bauland zu versorgen. Familien mit Kindern werden ebenfalls oftmals bevorzugt. So oder so gilt: Gemeinde- und Stadtverwaltung oder örtliches Liegenschaftsamt sind Ihre Ansprechpartner.
Erkundigen Sie sich dort im Vorfeld nach den Kriterien, die Sie erfüllen müssen, um für einen Grundstückskauf infrage zu kommen. Dort erfahren Sie zudem, welche Form der Bewerbung von Ihrer Seite erforderlich ist. Auch die Grundstücke, die Sie kaufen können, finden Sie direkt hier: Typisch sind entsprechende Aushänge zu aktuellen Ausschreibungen. Häufig werden diese auch über die Webseite, über Mail-Verteiler oder in Newslettern kommuniziert, ein frühzeitiges Abonnieren lohnt sich also für angehende BauherrInnen. Nach der Zusage ist der Ablauf des Grundstückskaufs sehr ähnlich – egal, ob von der Stadt oder von privat. In jedem Fall ist das Mitwirken von NotarInnen erforderlich: Ein notariell beurkundeter Kaufvertrag ist zwingende Voraussetzung, wenn Sie ein Grundstück von Gemeinde oder Stadt kaufen.
Grundstücke von Stadt oder Gemeinde: Die Unterschiede
Wie bereits gesagt: Ob Sie nun ein Grundstück von einer Stadt oder einer Gemeinde kaufen, das Vorgehen ist sehr ähnlich. In der Praxis gibt es jedoch gelegentlich Abweichungen zwischen eher kleiner Gemeinde und größerer Stadt, die Sie beachten sollten:
| Gemeinde | Stadt | |
| Verwaltungsstruktur | Kleinere Verwaltungseinheit, oft direkter Kontakt mit BürgermeisterIn | Größere Verwaltungseinheit mit eigener, für Grundstückskauf zuständiger Abteilung |
| AnsprechpartnerInnen | Gemeindeverwaltung, häufig BürgermeisterIn persönlich | Liegenschaftsamt |
| Kriterien für Verkauf von Grundstücken | individuelle Absprachen/örtliche Regelungen recht verbreitet, flexible Entscheidungswege, Vergabe oft nach sozialen Kriterien/Einheimischenmodellen | Bieterverfahren/Höchstgebotsverfahren sind recht verbreitet |
| Erschließung und Infrastruktur | Gerade in sehr ländlichen Gegenden kann Erschließung noch ausstehen; Anbindung an öffentliche Infrastruktur nicht immer gegeben | Oft bereits voll erschlossen; häufig besser angebunden an öffentlichen Nahverkehr etc. |
| Preise | Grundstücke sind häufig günstiger | Grundstückspreise häufig hoch, vor allem in sehr begehrten Gegenden |
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